Erster Lehrgang startet im heurigen Schuljahr
Das BG/BRG Sillgasse Innsbruck ist die erste Schule in Tirol, die eine Berufsausbildung zum/r Rettungssanitäter:in in einer allgemeinbildenden höheren Schule (AHS) anbietet. Sieben Schüler:innen nehmen am ersten Lehrgang teil. Nach ihrer Matura 2027 werden sie sofort im Rettungsdienst einsetzbar sein und haben eine gute Basis für weiterführende medizinische Ausbildungen.
Bisher war die Berufsausbildung zum/zur Rettungssanitäter:in haupt- oder ehrenamtlichen Mitarbeitenden im Rettungsdienst, Zivildienern sowie Absolvierenden des Freiwilligen Sozialjahres vorbehalten. Nun erweitert sich der Kreis erstmalig um Schüler:innen. Das BG/BRG Sillgasse in Innsbruck startet das neuartige Projekt „Berufsausbildung zu/r/m Rettungssantitäter:in“ in Kooperation mit dem Jugendrotkreuz Tirol und dem Bildungszentrum des Roten Kreuzes Innsbruck. Damit erhalten AHS-Schüler:innen zum ersten Mal in Tirol vor der Matura eine fundierte notfallmedizinische Ausbildung.
So läuft die Berufsausbildung im Gymnasium Sillgasse ab
Die Ausbildung beginnt in der 7. Klasse der Oberstufe mit vorbereitenden Stunden in der Sanitätshilfe und geht ab 1. Februar in eine intensive Ausbildungsphase über. Insgesamt umfasst das Programm 360 Stunden, davon 160 Stunden Praxis am Rettungswagen während der Sommerferien zwischen der 7. und 8. Klasse. Neben theoretischem Unterricht in Biologie und Medizin erhalten die Schüler:innen praxisnahe Einblicke in die Notfallrettung und den Krankentransport. Darüber hinaus arbeiten sie im Sanitätsteam der Schule mit.
„Das Land Tirol begrüßt diese wegweisende Initiative, die jungen Menschen im Rahmen der AHS-Matura auch eine Berufsausbildung anbietet. Das Ziel: den Jugendlichen umfangreiches medizinisches Wissen vermitteln und sie bereits frühzeitig ans Helfen in schwierigen Situationen heranführen. Ich bin überzeugt, dass dieses Beispiel in ganz Tirol Schule macht und ein Impulsgeber für weitere derartige Projekte wird“, sagte Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele bei der Vorstellung des Projekts im BG/BRG Sillgasse.
Bettina Ellinger, Landesleiterin des Jugendrotkreuzes in Tirol, freute sich über den gelungenen Projektstart: „Diese Ausbildung eröffnet Jugendlichen einen völlig neuen Zugang zum Rettungsdienst und stärkt ihre Entwicklung in einem Bereich, der bislang erst nach der Schulzeit möglich war. Das Jugendrotkreuz erachtet es als besonders wertvoll, dass junge Menschen mit dieser Ausbildung professionelle Einblicke in medizinische Berufe erhalten und ihre sozialen Stärken wirkungsvoll einsetzen können. Die Kombination aus schulischer Bildung und qualifizierter Sanitätsausbildung schafft Chancen, die weit über das Klassenzimmer hinausreichen.“
Harald Pittl, Direktor des BG/BRG Sillgasse erläuterte: „In unserer Schule legen wir großen Wert auf Erste Hilfe. Zu Beginn der 6. Klasse absolvieren alle Schüler:innen einen 16-stündigen Erste-Hilfe-Kurs. Interessierte können beim Schulsanitätsteam mitarbeiten und werden in regelmäßigen Fortbildungen qualifiziert. Dass wir nun mit der Rettungssanitäter-Ausbildung eine praxisnahe Berufsausbildung vor der Matura anbieten, ist ein einzigartiger Ansatz und eine konsequente Erweiterung dieses Angebots. Unsere Schüler:innen können dadurch wichtige Kompetenzen erwerben und frühzeitig Verantwortung übernehmen.“
Matthias Stark, Leiter des Bildungszentrums des Roten Kreuzes Innsbruck, betonte: „Das Rote Kreuz bildet im Rahmen von Zivildienst und Freiwilligem Sozialjahr viele junge Menschen zu Rettungssanitäter:innen aus. Mit diesem Programm in einer AHS führen wir nun erstmals Schüler:innen direkt in das Rettungswesen ein und schlagen eine Brücke zwischen Schule und Beruf.“
Marie Hörbst und Johannes Niederwanger, beides Teilnehmende am ersten Lehrgang, meinten bei der Projektvorstellung unisono: „Wir sind beide an Biologie und Medizin interessiert und helfen gerne Menschen in Not. Uns gefällt, dass wir als Rettungssanitäter:innen das eine mit dem anderen verbinden können. Wir freuen uns auf das neue Wissen, die vielen neuen Eindrücke, das Praktikum am Rettungswagen und die Arbeit mit Menschen.“
Das Interesse an der Ausbildung ist groß: Für das nächste Schuljahr 2026/27 liegen bereits 20 Anmeldungen für das Sanitätsteam vor. Die Schulleitung sieht darin ein deutliches Zeichen für das wachsende Engagement junger Menschen in sozialen und medizinischen Bereichen. Absolvent:innen der Rettungssanitäter-Ausbildung mit Matura haben eine hervorragende Basis für das Medizinstudium oder andere medizinische Ausbildungswege.

Credit: BG/BRG Sillgasse

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