Corona, Ukraine-Einsatz und Neubau-Vorbereitungen.
2022, als Corona noch immer eine fixe Größe für die Einsatzkräfte war, brach der Konflikt in der Ukraine aus. Von den Mitarbeitenden des Roten Kreuzes Innsbruck erforderte die einsetzende Fluchtbewegung noch mehr Hilfestellung, während das RKI-Management im Hintergrund den Neubau des Rotkreuz-Zentrums auf Schiene brachte.
Im 3. Coronajahr 2022 absolvierten die Einsatzkräfte des Roten Kreuzes Innsbruck (RKI) bereits sehr routiniert ihren Einsatz zur Bewältigung der Corona-Pandemie. In 66.662 geleisteten Einsatzstunden wurden über 467.00 Testabstriche bzw. Gurgeltests durchgeführt. Hinzu kam Ende Februar der Ukraine-Konflikt mit einer unerwartet großen Fluchtbewegung. Diese erforderte über 8.000 Testungen im Erstaufnahmezentrum, die Unterstützung im Bereich der Verpflegung und der Landeshotline sowie die Ausgabe tausender Bekleidungspakete und eine zusätzliche Lebensmittelausgabe über die Team Österreich Tafel.
Die Menschen auf der Flucht, aber auch die zeitgleich ausgelöste Energiekrise und Teuerungswelle, hatten unmittelbare Auswirkungen auf die Einsatzbereiche des RKI und es kam sowohl beim Corona-Einsatz als auch im Bereich Gesundheit und Soziale Dienste zu teilweise deutlichen Mehrleistungen.
„Ich möchte mich bei allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen für das Durchhalten und Zusammenhelfen im vergangenen Jahr herzlich bedanken. Nur gemeinsam konnten wir die Pandemie bewältigen und gemeinsam werden wir auch weiterhin gerne dort Hilfe leisten, wo sie gebraucht wird“, sagte RKI-Obmann Rupert Stöckl bei der 116. Generalversammlung des RKI in der Villa Blanka in Innsbruck. Im Zuge dieser festlichen Veranstaltung, die traditionell am 12. April – dem Gründungstag der Rettungsabteilung – stattfindet, wird alljährlich Bilanz gezogen.
Abseits aller unvorhersehbaren Ereignisse lief 2022 der Regelbetrieb des RKI mit seinem gesamten Dienstleistungsspektrum planmäßig weiter. Der Neubau des Rotkreuz-Zentrums – ein Mammutprojekt, das jahrelang viele Ressourcen erfordern wird – konnte vom RKI-Management erfolgreich auf Schiene gebracht werden. Nach der Sicherstellung der Finanzierung, einem aufwendigen Architekturwettbewerb, vielen Plänen, Einreichungen und Genehmigungen sowie einer angestrengten Suche nach Übergangsstandorten, hat im März 2023 die Übersiedlung in die neuen Ausweichquartiere begonnen.
2022 in Zahlen
Im Jahr 2022 rückten die RKI-Teams 76.247 mal für Rettungs- und Notarzteinsätze sowie für Krankentransporte aus. Die Tafel gab 61.000 Kilogramm Lebensmittel an 9.831 Kund:innen aus, die damit 17.161 Personen versorgen konnten. Die Mitarbeiter:innen der Krisenintervention absolvierten 9.558 Bereitschaftsstunden. Für die Sicherheit der Bevölkerung wurden 10.090 Ambulanzstunden erbracht sowie fünf Großeinsätze absolviert und 15 Einsatzübungen mit anderen Blaulichtorganisationen durchgeführt.
Der Hausnotruf bearbeitete 59.684 Alarme und verzeichnet mittlerweile 6.343 Teilnehmende. Die Winternotschlafstelle bot von Jänner bis April 2.982 Nächtigungen an. Das „Textil“ konnte 5.150 Personen mit Second-Hand-Kleidung ausstatten. Im Ausbildungszentrum wurden 5.628 Ersthelfer:innen in 468 Kursen ausgebildet.
Obmann Stöckl: „Diese Zahlen belegen das volle Leistungsspektrum des RKI. Als größte humanitäre Hilfs- und Rettungsorganisation in Innsbruck und Umgebung sowie als wichtiger Partner im Sozialbereich haben wir 2022 wieder gezeigt, dass sich die Bevölkerung auf uns verlassen kann.”

Credit: Rotes Kreuz Innsbruck/Bernhard Stolz

Credit: Rotes Kreuz Innsbruck/Bernhard Stolz

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