Viele Obdachsuchende mussten abgewiesen werden.
Die Notschlafstelle geht in die Sommerpause. Nicht alle, die in diesem Winter ein warmes Bett gebraucht hätten, konnten aufgenommen werden. Die betreute Schlafunterkunft für obdachlose Menschen stieß so gut wie täglich an ihre Kapazitätsgrenzen.
Ein sauberes Bett, eine warme Mahlzeit, Hygieneartikel, die Gelegenheit, sich in den Sanitärräumen frisch zu machen und dazu soziale Betreuung, gute Gespräche und menschliche Nähe. Das ist das Konzept der Notschlafstelle des Roten Kreuzes Innsbruck (RKI), das von Obdachsuchenden dankbar angenommen wird.
In der Wintersaison 2022/23 standen ab Betriebsbeginn am 13. November 2022 bis zu Betriebsschluss am 14. April 2023 wieder jede Nacht 20 Betten in der Innsbrucker Richard-Berger-Strasse 10 für obdachlose Menschen zur Verfügung. Die Anzahl der Nächtigungen stieg allerdings deutlich an, auf 3.129 nach 2.781 im Jahr davor. Bereits am ersten Tag warteten um 18 Uhr rund 50 Personen auf Einlass. Die Nachfrage blieb bis zum letzten Betriebstag hoch, so dass eine Rekordauslastung von 100 Prozent verzeichnet wurde.
„Man merkt, dass sich viele Menschen mit den steigenden Lebenskosten sehr schwertun, und die Armut auch bei uns steigt“, resümiert Stefan Biebel, Leiter der Abteilung Gesundheit und Soziale Dienste beim RKI.
Die starke Nachfrage ist eine große Herausforderung
Viele Klient:innen konnten aufgrund des Platzmangels nicht aufgenommen werden. In diesen Fällen bemühte sich das Betreuer:innen-Team, in anderen Einrichtungen Plätze zu finden. Aufgrund der allgemein hohen Auslastungen waren diese Bemühungen oft vergeblich. Wer keinen Platz bekam, wurde schweren Herzens weggeschickt, allerdings nicht ohne warme Decke und einen heißen Tee.
Biebel abschließend: „Ich möchte mich an dieser Stelle bei der Stadt Innsbruck und dem Land Tirol für das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit bei diesem sehr wichtigen Sozialprojekt bedanken.“

Credit: Rotes Kreuz Innsbruck

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