Erste Gatekeeper für Suizidprävention ausgebildet
Der morgige Welttag der Suizidprävention rückt die Chance, Suizide zu verhindern in den Mittelpunkt. Das Rote Kreuz Innsbruck hat im Sommer eine neue Kompetenz erworben und achtet gezielt auf gefährdete Personen.
Eine der ersten Fragen, die sich viele nach einem Suizid stellen, lautet: „Hätte man das nicht verhindern können?“ Keine Todesart löst so viel Betroffenheit aus wie die Selbsttötung. In Österreich sterben jedes Jahr über 1.000 Personen durch Suizid, etwa dreimal so viele wie im Straßenverkehr. Das Rote Kreuz Innsbruck (RKI) hat im Sommer auf diesen bestürzenden Umstand reagiert und neun Mitarbeitende zu so genannten „Gatekeepern“ ausgebildet.
Gatekeeper der Suizidprävention können Menschen mit einer Suizidgefährdung erste Hilfestellung geben. „In der Ausbildung lernen die künftigen Gatekeeper alles über die Ursachen, die Entwicklung, die Häufigkeit und die Risikogruppen von Suizidalität. Nach der Schulung können sie gefährdete Personen besser erkennen und einschätzen, und bei Betroffenen das Hilfesuchverhalten stärken“, erläutert Petra Sansone, Psychologin, langjähriges Mitglied beim RKI und seit 2019 zertifizierte Gatekeeper-Trainerin des österreichischen Suizidpräventionsprogramms SUPRA.
„Das Rote Kreuz Innsbruck hat mit den ersten ausgebildeten Gatekeepern eine zusätzliche Kompetenz erworben und ist nun auch in diesem Krisenbereich, der sehr tabubehaftet ist, für hilfsbedürftige Menschen da“, sagt Stefan Hofmarcher, Personalleiter, stellvertretender Geschäftsführer und Bezirksrettungskommandant Stv. beim RKI.
Je mehr RKI-Mitarbeitende eine Gatekeeper-Ausbildung absolvieren, umso mehr wird das Bewusstsein für das Thema Suizidalität geschärft. Die Schulungen werden daher getreu dem bekannten Rotkreuz-Mission Statement „Das Leben von Menschen in Not und sozial Schwachen durch die Kraft der Menschlichkeit verbessern“ fortgeführt.

Credit: Nina Hosp, Rotes Kreuz Innsbruck