Baustart am Sillufer
Am Montag, dem 28. April, fand am Sillufer 3 der offizielle Spatenstich für das neue Rotkreuz-Zentrum statt. Der innovative Neubau soll ab Sommer 2027 eine wichtige soziale Einrichtung für die lokale Bevölkerung werden und rund 900 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden eine moderne Arbeitsumgebung bieten.
Mit dem Spatenstich beginnt das bislang größte Bauprojekt in der Geschichte des Roten Kreuzes Innsbruck (RKI). An der feierlichen Zeremonie nahmen hochrangige Vertreter:innen der Stadt Innsbruck und des Landes Tirol teil. Die Ing. Hans Bodner Baugesellschaft m.b.H. & Co. KG wurde im Rahmen eines Bieterverfahrens als Generalunternehmer ausgewählt und startet umgehend mit den Bauarbeiten. Die Baukosten belaufen sich auf 26,336 Mio. Euro, die Gesamtinvestition beträgt rund 30 Mio. Euro. Zwei Drittel dieser Summe stellt das RKI, das verbleibende Drittel wird gemeinsam von der Stadt Innsbruck und dem Land Tirol getragen.
Nach einer geplanten Bauzeit von zwei Jahren wird das neue Rotkreuz-Zentrum sämtliche Dienste unter einem Dach vereinen. Dazu zählen Rettungsdienst, Krankentransport, Ambulanzdienst, das Bezirksrettungskommando sowie die Bereiche Gesundheit und Soziale Dienste, einschließlich der Leitstelle für den Hausnotruf Tirol. Darüber hinaus wird der neue Gebäudekomplex eine ganzjährige Notschlafstelle, das Bildungszentrum, Vereinsräume, die Verwaltung des RKI, den Pflegehilfsmittel- und Sicherheitsservice-Anbieter Medi Trans sowie Wohnungen für diverse Zielgruppen (darunter auch altersgerechte Wohneinheiten) beherbergen.
„Helfen, ohne nach dem Warum zu fragen – dieses Leitbild steckt seit Beginn in der DNA des Roten Kreuzes. Mit dem heutigen Spatenstich legen wir den Grundstein für die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Innsbruck. Das neue Zentrum wird weit mehr sein als ein moderner Einsatzstandort: Es wird ein Ort der Sicherheit, der Solidarität und der gelebten Menschlichkeit. Die Verknüpfung der vielseitigen Dienste – vom Rettungsdienst bis zu den Ausbildungsstätten – schafft Synergien, von denen das ganze Land profitieren wird“, erklärte Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele beim Spatenstich am Sillufer.
„Das Rote Kreuz hat sich längst nicht mehr nur als Rettungsorganisation etabliert, sondern auch als unverzichtbarer Partner im psychosozialen Bereich – mit Angeboten, die Menschen in Notlagen umfassend unterstützen. Mit dem neuen Rotkreuz-Zentrum werden auch diese wichtigen Bereiche an einem funktionalen, modernen und zukunftsweisenden Ort gebündelt“, merkte Soziallandesrätin Eva Pawlata in ihrer Rede an.
„Mit dem Neubau ergeben sich wichtige Synergieeffekte für die Einsatzkräfte – die unmittelbare Nähe von Rettung, Feuerwehr und Leitstelle Tirol sind ein immenser Vorteil. Einsätze können parallel und koordiniert abgewickelt werden. Ehrenamt und Berufseinsatzkräfte verschränken sich noch besser. Für Krisenszenarien wie Blackouts sind solche kurzen Wege und Kommunikationsläufe von unschätzbarem Wert. Zudem wurde im Komplex auch die Schaffung von Seniorenwohnungen mitberücksichtigt“, betonte Bürgermeister Johannes Anzengruber.
„Als früherer Bürgermeister habe ich die Genese des Neubauprojektes hautnah miterleben dürfen – mit allem Auf und Ab, das so ein komplexes Projekt mit sich bringt. Das Durchhaltevermögen aller Beteiligten, besonders im Führungsteam rund um Alexandra Tanda, hat bewiesen, wie viel positive Energie der Rotkreuz-Leitspruch ‚Aus Liebe zum Menschen‘ freisetzt“, sagte Vize-Bürgermeister Georg Willi.
„Wir haben viele Jahre auf diesen Neubau hingearbeitet. Das bisher größte Projekt in der Vereinsgeschichte des Roten Kreuzes Innsbruck ist allerdings ein Kraftakt, den wir nur gemeinsam und mit der tatkräftigen Unterstützung der Stadt Innsbruck und des Landes Tirol bewältigen können. Überdies möchte ich mich bei allen bedanken, die – in welcher Form auch immer – zum Gelingen beitragen“, bekräftigte Rupert Stöckl, Obmann Rotes Kreuz Innsbruck.
„Im neuen Rotkreuz-Zentrum werden alle unsere Dienstleistungen an einem zentralen Standort zusammengefasst.Der Gebäudekomplex wird in der Gestaltung und im Betrieb nachhaltig sein und ein moderner Arbeitsplatz für unsere Mitarbeiter:innen sowie eine wichtige soziale Anlaufstelle für die Bevölkerung im Einzugsgebiet von Innsbruck werden“, führte RKI-Geschäftsführerin Alexandra Tanda aus.
Rückblick auf die Projektentwicklung
Das alte Rotkreuz-Zentrum Innsbruck aus dem Jahr 1968 stieß bereits längere Zeit an seine Kapazitäts- und Funktionsgrenzen. Nach eingehender Prüfung empfahl der Innsbrucker Gestaltungsbeirat (IGB) den Abriss des veralteten Gebäudes und den Bau eines größeren, zeitgemäßen Zentrums. Den Auftakt dazu bildete ein Architekturwettbewerb mit elf teilnehmenden Büros, der im Juni 2022 entschieden wurde. Um den Abriss vorzubereiten, wurden im Herbst und Winter 2023 alle RKI-Bereiche an verschiedene Ausweichstandorte verlegt. Im März 2024 begannen die Abbrucharbeiten am Sillufer. Im September 2024 schlitterten die Projektsteuerung und der ursprüngliche Generalunternehmer in die Insolvenz, sodass beide Aufträge neu vergeben werden mussten. Dieser Umstand führte zu einer Bauverzögerung von einigen Monaten. Mit den neuen Projektpartnern verläuft der Bau nun planmäßig.
Zahlen, Daten, Fakten
Planung: Architekten Gilbert Sommer und Volker Flamm, Innsbruck
Generalunternehmer+: Ing. Hans Bodner Baugesellschaft m.b.H. & Co. KG, Kufstein und Kematen
Örtliche Bauaufsicht: AEP Planung und Beratung GmbH, Schwaz
Projektsteuerung: Baupuls GmbH, Kematen
Baukosten: 26,336 Mio. Euro netto
Gesamtinvestition: ca. 30 Mio. Euro netto
Grundstücksgröße: 4.295 m²
Bruttogrundfläche (BGF) gesamt: 22.650 m²
Nutzfläche: 17.700 m²
Wohnungen: 45
Abstellplätze Tiefgarage: 155

Credit: Rotes Kreuz Innsbruck/Bernhard Stolz

Credit: Rotes Kreuz Innsbruck/Bernhard Stolz

Credit: Rotes Kreuz Innsbruck/Georg Preishuber

Credit: Rotes Kreuz Innsbruck/Bernhard Stolz

Credit: Rotes Kreuz Innsbruck/Bernhard Stolz