50 Defis im Stadtgebiet, mehr als 400 Personen im Rahmen der Initiative geschult.

Die Initiative „HERZsicher Innsbruck“ hat sich der Soforthilfe bei einem Herzstillstand verschrieben. Am großen Sicherheits- und Familienfest in der Innsbrucker Maria-Theresienstraße wurde nicht nur demonstriert, wie im Notfall wiederbelebt wird, sondern auch Bilanz über zwei Jahre HERZsicher gezogen.

Bei einem Herzstillstand sinkt die Wahrscheinlichkeit zu überleben um zehn Prozent pro Minute. Bereits nach drei Minuten treten im Gehirn erste irreparable Schäden auf. Für die Betroffenen geht es um Leben oder Tod. In dieser Situation braucht es ein rasches, beherztes Handeln. Allerdings haben viele Menschen Angst, beim Reanimieren etwas falsch zu machen. Diese Furcht ist unbegründet. Der einzig mögliche Fehler wäre das Unterlassen der Ersten Hilfe. Daher stand das Sicherheits- und Familienfest heuer unter dem Motto: „Trau dich, hilf! DEFI, weil jede Sekunde zählt!“

Die Initiative „HERZsicher Innsbruck“, an der die Stadt Innsbruck, die Tiroler Kliniken und alle Einsatzorganisationen beteiligt sind, wurde vor zwei Jahren von Vizebürgermeister Ing. Mag. Johannes Anzengruber, BSc gegründet, um mehr Bewusstsein für die lebensrettenden Sofortmaßnahmen zu schaffen. Seither wird die Bevölkerung fortlaufend durch Erste-Hilfe-Kurse geschult und das öffentliche Defibrillator-Netz stetig ausgebaut. Das im Aufbau befindliche Defi-Netz umfasst aktuell 50 frei zugängliche Geräte im gesamten Stadtgebiet. Rund 400 Personen haben im Rahmen der HERZsicher-Initiative bisher ein Reanimationstraining mit Defibrillator-Einsatz absolviert.

„Wir haben die Voraussetzungen geschaffen, um Innsbruck HERZsicherer zu machen. Diesen eingeschlagenen Weg verfolgen wir weiter und werden noch mehr Innsbruckerinnen und Innsbrucker schulen, damit sich die Überlebenschancen für Betroffene erhöhen“, erklärte Vizebürgermeister Anzengruber beim Pressegespräch im Rahmen des Sicherheits- und Familienfests.

Defi für mehr Überlebende

In Innsbruck wurden 111 Personen 2021 reanimiert. Dabei lag der Anteil der Ersthelfer:innen Reanimation über 50 Prozent und somit über dem Österreich-Durchschnitt von 42 Prozent „Nicht hoch genug“, meint Univ. Prof. Dr. Michael Baubin, Vorsitzender des Österreichischen Rates für Wiederbelebung und Reanimations-Beauftragter des Beirats für den Rettungsdienst des Landes Tirol. „Der sofortige Beginn von Wiederbelebungsmaßnahmen durch Ersthelferinnen und Ersthelfer ist der wichtigste Teil der Rettungskette bei einem Atem-Kreislaufstillstand“, betonte Baubin. Rund 20 bis 30 Prozent der Betroffenen hätten eine bessere Überlebenschance, wenn Ersthelfer:innen zusätzlich einen Defi einsetzen würden. Derzeit nehmen ErsthelferInnen nur bei ein Prozent der Wiederbelebungen eine Defibrillation vor.

Rufen, drücken, schocken

Die drei Schritte der Wiederbelebung lauten: Rufen, drücken, schocken. Zuerst wird der Notruf 144 gerufen. Die Leitstelle Tirol, die sich daraufhin meldet, hilft mit einer detaillierten Anleitung und vermittelt den Helfenden das Gefühl, in einer Situation wie dieser nicht alleine zu sein. Danach wird bei der Herzdruckmassage gedrückt und mit dem Defi geschockt. „Reanimation ist kinderleicht. Wir ermuntern alle, sich zu trauen, denn man kann nichts falsch machen. Je früher defibrilliert wird, desto höher ist die Überlebenschance. Jeder sollte ein Reanimationstraining machen und sich informieren, wo in der Nähe der nächste Defi angebracht ist“, führt Mag. Matthias Stark MSc, Leiter des Ausbildungszentrums beim Roten Kreuz Innsbruck, aus. Im Rahmen der HERZsicher-Initiative werden kostenfreie Reanimationstrainings für die lokale Bevölkerung angeboten. Informationen dazu gibt es hier.

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BU: Vizebürgermeister Johannes Anzengruber, Michael Baubin, Vorsitzender des Österreichischen Rates für Wiederbelebung und Reanimations-Beauftragter für den RD des Landes Tirol (l.) sowie Matthias Stark, Leiter des Ausbildungszentrums beim Roten Kreuz Innsbruck (r.), machten beim Sicherheits- und Familienfest in der Innenstadt auf die Wichtigkeit von Wiederbelebungsmaßnahmen mittels Defibrillator-Einsatz aufmerksam.

Credit: M. Freinhofer

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