Hoch über den Dächern Innsbrucks steht mitten im Wald eine unscheinbare, kleine Hütte, die auf ihrer Stirnseite ein großes Schild mit dem Logo der Freiwilligen Rettung Innsbruck trägt. Diese Hütte ist Vielen nicht bekannt, oft nicht mal denen, für die sie eigentlich da ist - den Mitgliedern der Freiwilligen Rettung Innsbruck.

Die Freiwillige Rettungsgesellschaft vom Rothen Kreuz war – man sieht es an der Schreibweise – gerade mal vier Jahre alt, als ein Kollege unseres Gründers Leo Steiner diese Hütte erbaute. Josef Kralingers Hütte war allerdings um einiges kleiner und unbequemer als sich die Hütte heute präsentiert. An ihrem Sinn hat sich jedoch nichts geändert. Sie war zur Erholung gedacht.
Die Rettung war - wie damals üblich - Teil der Feuerwehr, und gerade war eine schlimme Zeit vorüber. Der erste Weltkrieg hatte der Rettungsgesellschaft nicht nur viel Arbeit gebracht (Be- und Entladung der Verwundetenzüge), sondern auch finanzielle Einbußen, die im krassen Gegensatz zu den Mitteln standen, welche für Ankäufe benötigt worden wären. So stellte sich für Kommerzialrat Hans Munding als damals hiefür verantwortlich ernsthaft die Frage, was gekauft wird. Einerseits benötigte man ein Flugzeug, um Verletzte besser und schneller holen zu können, andererseits wäre auch ein neues Fahrzeug kein großer Luxus gewesen, doch alles scheiterte am lieben Geld, das gerade noch für die Hütte reichte. „Ich erwerbe dieses Anwesen für die Kameradschaft und stelle es der Freiwilligen Rettungsgesellschaft vom Roten Kreuz zur Verfügung“, begründete Munding den Kauf. Seitdem heißt die Hütte „Mundinghütte“ bis zum heutigen Tag.
Eigentum war im deutschen Reich ein Fremdwort und so war es auch wenig verwunderlich, dass das Deutsche Rote Kreuz kurz nach der Machtergreifung durch Hitlerdeutschland auch die Hütte für sich in Anspruch nahm. Das geschah übrigens mit vielen Besitztümern und viele davon blieben in deutscher Hand, wurden zerstört, ausgebeutet oder unbrauchbar gemacht.
Nicht so die Mundinghütte, die nach dem 2. Weltkrieg an die Freiwillige Rettung zurückgegeben wurde. Doch die Hütte hatte unter der wechselvollen Geschichte gelitten, war zu klein geworden, entsprach nicht mehr den Ansprüchen für ihre Aufgabe laut Hans Munding: „Für die Kameradschaft!“

Man schreibt das Jahr 1972. Ing. Karl Pobitzer war schon Obmann des Vereines der Rettung Innsbruck. Die Zukunft der Hütte musste entschieden werden. Ein Verkauf entsprach nicht den Vorgaben von Munding, eine Renovierung war zu teuer, schließlich war Lage, Bauvorhaben und Zustand eine Nummer zu groß.
Außerdem war gerade ein neuer Grund um die Hütte dazu gekauft worden. Was blieb war die Möglichkeit, selbst anzupacken. Viele Freiwillige haben mit Hand angelegt und die Hütte zu dem gemacht, was sie heute ist. Sogar eine Stichleitung von Gramart bis zur Hütte wurde gegraben – in Handarbeit versteht sich!
Vor ca. 5 Jahren wurde die alte Latrine aufgelassen und ein modernes WC mit Dusche und Warmwasser installiert. Dafür mussten die Wasserleitung neu verlegt und eine Kläranlage angeschafft werden.
Von März bis Oktober ist die Hütte offen für jedes Rettungsmitglied. An den Wochenenden ist der Hüttendienst (Klotz Leopold, Haslwanter Rudl, Grutsch Arthur, Schöpf Siggi und Gadner Volkmar) erreichbar und jeder ist willkommen, sei es für eine Rast nach einer Wanderung oder auch für ein erholsames Wochenende fernab von Stress und Belastung. In diesem Fall verlässt der Dienst die Hütte für die Nacht und kommt erst wieder am Sonntag morgen, um nach dem Rechten zu sehen. Natürlich steht die Hütte nicht nur an Wochenenden zur Verfügung.
Als verantwortlicher Hüttenwart zeichnet sich seit Kurzem Gadner Volkmar (Flocki). Er kam 1960 zur Freiwilligen Rettung Innsbruck. Arbeit gibt es für die Mannschaft genug, schließlich gehört ein nicht unbeträchtlicher Anteil Grund zur Hütte. Das Holz wird selbst aufbereitet und notwendige Reparaturen werden - wenn möglich - auch selbst durchgeführt.
Österreichisches Rotes Kreuz - Freiwillige Rettung Innsbruck
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